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| Bergbaumuseum |
| Das Bergbaumuseum in Leogang, Salzburger Land. Ein regionales Museum mausert sich zum Kulturzentrum. |
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Beschaulich und still geht es zu in Hütten, einem Ortsteil von Leogang im Salzburger Land. Von den knapp 3200 Einwohnern, die in Leogang zu Hause sind, leben nur eine Handvoll in Hütten, einem ehemaligen Bergbaudorf. Ein schöner Gasthof, eine Kapelle, ein paar Einfamilienhäuser und Pensionen prägen ein sehr dörfliches und gemütlich-alpines Bild. Nichts ist zu spüren von dem vor allem starken Wintertourismus, der nur einen Steinwurf entfernt an der Talstation der Asitzbahn in Anbindung an den Skizirkus Saalbach-Hinterglemm sein Epizentrum offenbart.
Nur noch zu ganz besonderen Anlässen rückt die Trachtenmusikkapelle Leogangs im originalen Bergkittel aus. Der Einheimische weiß weshalb. Den Touristen mag es wundern. Dass man in Leogang noch bis 1970 vom Bergbau – und nicht Tourismus – lebte, dokumentiert eindrucksvoll das hiesige Bergbaumuseum. Der Gemeinde war es ein großes Anliegen, die Bergbaugeschichte des Ortes sowohl der heimischen Bevölkerung wie auch den zahlreichen Touristen zugänglich zu machen. 1989 erwarb die Gemeinde Leogang das noch in seinem ursprünglichen Zustand erhaltene „Gewerkerhaus“ in Hütten, dem ehemaligen Sitz der Verwaltung des Bergwerkes und eröffnete nach vorbildlicher Restaurierung 1992 das Bergbaumuseum Leogang. Zeitgleich erfolgte auch – ein paar Kilometer entfernt – die Öffnung des Schaubergwerkes Leogang. Die ständig wachsende Zahl der ausgestellten Exponate machte im Jahr 2002 eine Erweiterung des denkmalgeschützten Gebäudes notwendig. Die kulturgeschichtliche Verantwortung erforderte einen sensiblen Umgang mit diesem in seiner Ursprünglichkeit besonderen Objekt. Das Erscheinungsbild des Gebäudes galt es architektonisch zu respektieren. Die überaus gelungene Erweiterung zeigt, dass es weder dem Initiator noch dem Architekten darum ging, sich ein Denkmal zu setzen, sondern das Ursprüngliche zur Gänze bewahrt wurde. Mit der Bauaufgabe im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne wurde der junge, ortsansässige Architekt, Ulrich Stöckl, beauftragt. Behutsam näherte er sich der Aufgabe mit der Idee, sich dem Thema „unter Tage“ zu widmen, was einen sympathischen Dialog zum Thema Bergbau darstellt. Durch eine unterirdische Erweiterung des Museums wurde eine Verdoppelung der Ausstellungsfläche geschaffen, ohne dabei wertvolle Grünflächen und Fassaden – im Besonderen die Ostfassade mit ihren historischen Motiven – zu zerstören. Der Neubau unter Tage steht in keiner Konkurrenz zum historischen Gebäude. Dem Architekten lag viel daran, nicht nur einen Art „Ausstellungs-Stollen“ – um im Bild zu bleiben – zu schaffen. Der Bau unter Tage sollte eine Fassade bekommen und so nach außen sichtbar, transparent und obendrein begehbar werden. Bündig zur Rasenfläche liegende Oberlichten erlauben den Blick von außen nach innen und umgekehrt. Die begehbaren Glas-Oberlichten tragen über Siebdrucktechnik aufgetragen alte und im bestehenden Gebäude wiederkehrende Symbole, so genannte „Schrotköpfe“ in sich. Das Wechselspiel zwischen innen und außen, unter Tage und über Tage ist thematisch unaufdringlich sehr gut gelungen. Auch in der Wahl der Materialen im Innenausbau finden sich starke Bezüge zur Kultur dieser Region. Um beispielsweise heimischen Marmor für den Boden des neuen Ausstellungsraumes zu gewinnen, wurde eigens dafür ein längst stillgelegter Steinbruch nahe der Baustelle einmalig wieder in Betrieb genommen. Der Entwurf des Bergbaumuseums Leogang wurde im Jahr 2004 mit einem Anerkennungspreis für Architektur des Landes Salzburg bedacht. Ganze Arbeit hat auch das Team des Museumsvereins Leogang unter der Leitung von Kustos, Hermann Mayrhofer, geleistet. 1989 noch ohne ein einziges Ausstellungsexponat in den Händen, wurden sodann mit enormem Engagement und Idealismus wahre Schätze zusammengetragen. Heute, zwanzig Jahre später, steht es fein da, das kleine Bergbaumuseum in Leogang: Die Geschichte des regionalen Bergbaues hat zahlreiche Besucher nach Hütten gelockt. Umfangreich und wertvoll das in Fachkreisen europaweit geschätzte Mineralienkabinett, das im Museum seine Heimat wieder gefunden hat. Das Herzstück des Museums bilden heute zahlreiche mittelalterliche Exponate von Bergbauheiligen- und Marienfiguren. Die kunsthistorisch wertvollen Stücke haben in den letzten Jahren im Rahmen von Sonderausstellungen, zusätzlich bestückt mit Leihgaben internationaler Museen und privater Sammler, ein großes Fachpublikum angezogen und das Bergbaumuseum weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt gemacht. Mit dem alten Bergmannsgruß „Glück auf!“ ist nicht nur die Hoffnung verbunden, man möge nach der Schicht wieder gesund über Tage ankommen. Hinter dem Gruß verbirgt sich auch der Wunsch auf neue Erzadern zu stoßen. Gunst der Heiligen? Purer Zufall? Glück des Tüchtigen? Wahrscheinlich von allem ein wenig. Im Sommer 2007 setzte das Bergbaumuseum einen gewaltigen Paukenschlag in der Kunsthistorikerszene. Im benachbarten Zell am See wurde im Sperrmüll ein wertvolles Limoges Kreuz aus dem 13. Jahrhundert gefunden. Bis zu endgültigen Klärung der Erbfrage im Mai 2008 war das edle Stück aus Metall und Email, im Bergbaumuseum Leogang ausgestellt. Plötzlich rauschte es im Blätterwald der internationalen Presse, vervielfachte sich der ohnehin schon beachtliche Besucherstrom. ... und es ging alles andere als beschaulich zu in Hütten. „Glück auf!“ www.nextroom.at/building_article.php www.museum-leogang.at |
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