Einhof
Einfamilienhaus in Kitzbühel



Entwurf: Dr. DI. Andreas Mayer / Michael Egger
Der Entwurf zum Einfamilienhaus Einhof entstand mit Bedacht auf seine Hanglage sowohl mit dem Bewusstsein auf die Typologie und Gebäudeformen in Tirol.
Studien für die Konzeption des Hauses, in traditioneller und zeitgemäßer Interpretation erwiesen sich als unumgänglich.

Das Tiroler Bauernhaus zeichnet sich durch seine geschlossene Bauform aus. Der Wohnteil an der üblicherweise orthogonal zum Hang stehenden Stirnseite des Gebäudes (Gebäude steht parallel zum Hang), findet seine Weiterführung im Wirtschaftstrakt des Gehöfts. Dies war bedingt durch die klimatischen Verhältnisse.
Es ermöglichte eine im Haus bleibende Bewirtschaftung. Die verbleibende Schneemenge am gering geneigten Dach dient als Dämmung und ermöglicht einen geringen Wärmeverlust im Winter.

Durch das Entfallen der Bewirtschaftung wurde die ursprüngliche Trennung in Wirtschaftstrakt und Wohntrakt neu interpretiert. Man unterscheidet hier zwischen Wohntrakt und „privaten“ Trakt.
An der Stirnseite finden wir „Repräsentationsräume“ sprich: Wohn- und Wirtschaftsräume. Durch den Stiegenabgang getrennt sind die Privaträume in einfacher Addition der Elemente von Sanitärräumen, Gang und Schlafräumen angeordnet. Letztere liegen offen nach Südwesten orientiert, wohingegen die Sanitärzonen geschlossen nach Nordosten weisen.

Weiters nutzt das Gebäude die leichte Südwest- Hanglage und reduziert durch seine topographische Einbindung die Massigkeit und Gebäudehöhe. Welches vor allem den Nachbarn, sowohl in Bezug auf Aussicht als auch auf Besonnung, zugute kommt. Durch die reduzierte Nivellierung des Terrains und der dadurch eingeschossigen Bebauung bei Beibehaltung der Doppelgeschossigkeit an der Südfassade reagiert das Gebäude auf das Umfeld. Dadurch wird lokaler Bezug hergestellt, um ein homogenes Gefüge im Ortsbild zu erzeugen. Die Südfassade nimmt mit ihrer Holzvertäfelung den Charakter ländlichen Bebauung auf, wir finden diese geschlossenen Fassadenfelder in der ruralen Architektur z. B. bei Tennen.

Ein korrelatives Verdichtungsprinzip im möglichen späteren Ausbau bei gleicher Auslastung des Grundstücks wurde bereits im Vorentwurf angedacht. Bei einem weitern Ausbau ergibt sich keine Änderung in der Erscheinung. Das Gebäude kann in drei Wohneinheiten aufgeteilt werden ohne seine Baumasse zu vergrößern.
 
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