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Schon der Zuschnitt des Grundstückes erforderte einen speziellen Lösungsansatz für den Entwurf dieses Hauses für einen Single. Mit einer Größe von ca. 20 x 20 m galt es als unbebaubar. Dies war eine spannende Grundvoraussetzung um mit der Planung zu beginnen. Eine kompakte Bauform sollte gefunden werden, diese ist nämlich nicht nur günstiger in der Errichtung sondern auch bei weitem effektiver im Betrieb.
In diesem Spannungsfeld entstand der Gedanke an ein turmartiges Gebäude. Darüber hinaus wurde von Seiten der Bauherrschaft eine gewisse Ablehnung gegenüber von Innentüren bekundet, was bald zu der Idee einer vertikalen Schichtung der einzelnen Funktionen führte. So wird im Erdgeschoss „gekocht und gegessen“, im 1. Obergeschoss „gewohnt“ und im 2. Obergeschoss „geschlafen“. Die Anzahl der Innentüren wurde so, dem Bauherrenwunsch folgend, minimiert.
Auf die Errichtung eines Kellers wurde aus Kostengründen verzichtet, als Ausgleich erhielt der Turm im Erdgeschoss einen „Rucksack“ in dem untergeordnete Funktionen untergebracht sind.
Beim Entwurf wurde Wert auf eine größtmögliche Flexibilität gelegt. Streng betrachtet wird der Turm aus drei beinahe funktionsneutralen und übereinander gestapelten Räumen gebildet. So sind die Funktionen „Wohnen“ und „Schlafen“ theoretisch beliebig austauschbar, eine Ausnahme bildet aufgrund der erforderlichen Installationen das Geschoss mit der Küche und dem Essbereich. Der erste Entwurf enthielt keine Zuweisung der Funktionen zu den einzelnen Geschosse. Die drei Funktionsebenen „Schlafen“, „Wohnen“ und „Kochen und Essen“ wurden zwar vom Architekten ausgearbeitet, aber vom Bauherren in die einzelnen Geschosse verteilt. Das Leitmotiv der Flexibilität zeigt sich aber auch in der Ausführung des Schlafgeschosses. Zum Zeitpunkt der Planung war der Bauherr Single. Daher wurde ein großes „penthouseorientiertes“ Schlafzimmer errichtet. Die Ausführung der Fassade erlaubt aber das Teilen dieses Bereiches in zwei unabhängige Einheiten. Gemeinsam mit dem Mehrzweckraum im erdgeschoßigen Rucksack könnte der Turm einer Familie mit 2 Kindern Raum bieten.
Das Turmhaus befindet sich an einem Siedlungsrand. Nur an der Südseite des Grundstückes hat es Anschluss an die Siedlungsstruktur. Die Ost-, West- und Nordseite des Grundstückes wird durch den angrenzenden Nadelwald eingerahmt. Daher war die Wahl des Baustoffes und des Fassadenmaterials Holz naheliegend. Die Fassade wurde mit ortstypischen und traditionell gespalteten Lärchenschindeln ausgeführt. In Kombination mit dem modernen, beinahe kubischen Erscheinungsbild des Gebäudes entsteht eine den Baukörper beherrschende Spannung, die den Charakter des Gebäudes beherrscht. Die Sonnenkollektoren für die Warmwassererzeugung wurden in die Fassade integriert. Das spart einerseits Fassadenmaterial und macht bei strengen Wintern ein Freischaufeln der Kollektoren überflüssig. Architektonisch entstand so eine Südfassade, die streng symmetrisch aufgebaut ist, durch den Unterschied der Materialität Glas bzw. Sonnenkollektor gleichzeitig unsymmetrisch wirkt. Die in den Obergeschossen ausgeführten Balkone schweben somit in den Glas- bzw. Kollektorflächen. Die Seitenteile der Balkone wurden transparent ausgeführt um die Sonnenkollektoren möglichst nicht zu beschatten und so den Wirkungsgrad der Kollektorfläche zu optimieren. Wenn man so will „form follows sun“.
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