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Die Gerlospass Königsleiten Bergbahnen Ges.m.b.H. errichten von April 2010 bis November 2010 eine neue Seilbahnanlage der Firma Doppelmayr und ersetzen damit zwei in die Jahre gekommene Doppelsesselliftanlagen mit Kapazitätsschwierigkeiten. Mit der Planung und Bauüberwachung wurde das Architekturbüro Stöckl Egger & Partner aus Kitzbühel/Saalfelden beauftragt. Die Architekten lehnten sich in der Formensprache nicht unmittelbar an die großen Pioniere und Vorbilder der frühen 1920 er Jahre (Baumann, Welzenbacher...) an, stellen aber doch eine Beziehung her.
Die Einbindung in die Landschaft und dem Schichtenverlauf folgende Gebäudelinien werden als Ansatz übernommen und neu übersetzt. Die Bewegungslinien von Fußgängern, PKW, Skibus, Skifahrer aber auch die Bewegung der Seilbahn werden als bestimmendes Motiv für die Gestaltung verwendet. Bei dem vorliegenden Projekt handelt es sich um einen technischen Gebäudekomplex mit dem auch die Verkehrslösung im Ort neu geordnet und sicherer gemacht wird. Die Fußgänger können von der Straße abgesichert auf verschiedenen Wegen die Gesamtanlage durchschreiten. Um die unkontrollierbar gewordenen Parkgewohnheiten der Gäste wieder in geordnete Bahnen zu lenken, wird die bestehende Straße auf eine Breite von 6 m reduziert und eine Tiefgarage auf drei Ebenen errichtet die tagsüber den Gästen gratis zur Verfügung gestellt wird.
Um das umfangreiche Raumprogramm mit Tiefgarage, Kassa, WC Anlagen und Lagerräumen sowie einem Bürogebäude mit Werkstätten für die Seilbahngesellschaft mit der Dorfstruktur und der Landschaft in Einklang zu bringen, wurden große Gebäudeteile unterirdisch angeordnet. Die bestehende Hangkante wurde nach außen verschoben und mit einer Lamellenwand licht- und luftdurchlässig gestaltet. Damit kann die Tiefgarage ohne mechanische Be- und Entlüftung betrieben werden und die Beleuchtung wird nur in den Abendstunden benötigt.
Diese Lamellenwand findet ihre Fortsetzung als Absturzsicherung beim Sammelplatz im Obergeschoß und läuft als Sonnenschutz über das Verwaltungsgebäude weiter. Mit der Lamellenwand werden die verschiedenen Gebäudeteile (Parkdeck, Kassabereich, Versorgungstrakt und Verwaltungsteil) optisch miteinander verbunden und bilden eine Einheit. Als markantes bauliches Element ist ein weit auskragendes Dach eingesetzt, welches alle Bereiche auf dem Einstiegsniveau überdeckt: die Kassa mit Vorplatz, die Warte- und Ausstiegsbereiche sowie den Vorplatz beim Skidepot. Dieses Dach vermittelt Leichtigkeit, Großzügigkeit und soll die Besucher auf ein besonderes Erlebnis am Berg vorbereiten. Die unter diesem Dach befindlichen Gebäude werden mit Naturstein verkleidet, um den Kontrast zwischen heimischen Baumaterialien und „neuer Technik“ weiter zu erhöhen. Bei der Wahl der Materialien wurde eine vertikale Abstufung von grob zu fein - von unten nach - oben vorgenommen: bei der Straße wird mit Sichtbeton und Aufbauleuchten begonnen, die Lamellenwand aus pulverbeschiteten Stahl leitet über zu Naturstein und endet beim Dach aus pulverbeschiteten Blech mit unsichtbar befestigten Paneelplatten mit eingebauter Beleuchtung. Die Parkdecks werden von den Besuchern entweder über das Stiegenhaus oder den Lift verlassen. Das Stiegenhaus mit Rolltreppe und der Lift enden direkt im überdachten Außenbereich bei den Kassen und dem Informationsbüro auf dem Einstiegsniveau der Dorfbahn. Der Skigast gelangt so trockenen Fußes ins Skidepot. Der Kassablock sieht neben entsprechenden Arbeitsplätzen und Nebenräumen zusätzlich ein Informationsbüro vor.
Eine Besonderheit der Talstation ist die Haltestelle für den Skibus. Die Haltestelle befindet sich in der Tiefgarage genau vor der Rolltreppe und ist somit für ankommende Gäste eine sichere und sehr komfortable Möglichkeit um auf die Einstiegsebene zu gelangen.
Auf Zusatzeinrichtungen wie Skiverleih, Sportshop oder Gastronomie wurde bewusst verzichtet um die bestehenden Einrichtungen im Dorf nicht zu schwächen.
Um dem Feriendorf Königsleiten zusätzliche touristische Aktivitäten zu ermöglichen (Konzerte, Veranstaltungen, Feste usw.) wird ein großer Vorplatz auf der Einstiegsebene vor der Station geschaffen, der mit LKW´s befahren werden kann ohne dabei den Straßenverkehr zu beeinträchtigen. Eine unabhängige Vorbereitung von Veranstaltungen ist somit möglich.
Die Anlage dient somit nicht nur dem Seilbahnunternehmen sondern dem gesamten Ort.
Daten:
Bauzeit: 7 Monate
umbauter Raum 18 600 m3
Nutzfläche: 4000 m2
Konstruktion: Stahlbeton, Stahl, Naturstein
Baukosten: 3,5 Mio €
Eröffnung am 03.12.2010
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